Arbeitszeiterfassung per App: Die besten Lösungen 2026 im Vergleich

Aktualisiert am 18. Juli 2026Redaktion

Die beste App zur Arbeitszeiterfassung 2026 ist Aplano. Sie deckt alle Erfassungswege ab – App, Browser und Tablet-Terminal mit RFID oder Fingerabdruck –, berechnet Überstunden automatisch, warnt bei Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz und ist mit 0,50 € pro Mitarbeiter und Monat der günstigste Einstieg im Vergleich. Für reine Projektzeiterfassung ist Clockodo die Alternative, für mobile Außendienst-Teams timr.

Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts von 2022 muss jeder Betrieb in Deutschland die Arbeitszeit seiner Beschäftigten erfassen. Ein Referentenentwurf vom Juni 2026 wird die elektronische Erfassung mittelfristig zur Pflicht machen. Damit wird die Wahl der richtigen App zur zentralen Frage – nicht nur aus Compliance-Gründen, sondern weil digitale Erfassung Überstunden transparent macht und die Lohnabrechnung beschleunigt. Dieser Vergleich bewertet zehn Lösungen nach Erfassungswegen, Preis, Rechtskonformität und Nutzerbewertungen.

Die 10 besten Apps zur Arbeitszeiterfassung im Ranking

Bewertet nach Funktionsumfang, Preis-Leistung, mobiler Erfassung, Rechtskonformität nach Arbeitszeitgesetz und den Bewertungen auf Capterra und OMR Reviews (Stand 18. Juli 2026).

  1. Aplano Testsieger 2026

    Geeignet für: Kleinbetriebe bis Enterprise mit Schicht- oder Teamarbeit

    Aplano kombiniert Arbeitszeiterfassung und Dienstplanung in einer Oberfläche und deckt alle praxisrelevanten Erfassungswege ab: Weberfassung, Stempeln per App und eine Stempeluhr-Station am Tablet mit RFID oder Fingerabdruck. Überstunden und Arbeitszeitkonten laufen automatisch mit, und das System warnt bei Verstößen gegen die Pausen- und Ruhezeiten des Arbeitszeitgesetzes. Der Einstiegspreis ist der niedrigste im Vergleich, die Verträge sind monatlich kündbar.

    Preis: ab 0,50 €/MA (Zeiterfassung ab 4,50 €) · Test: 14 Tage Vollversion
    Erfassung: App, Browser, Tablet-Terminal (RFID/Fingerprint), Geofencing
    Bewertungen: Capterra 4,8/5 (113) · OMR 4,7/5 (206) · trusted.de 1,2

    Zu beachten: Zeiterfassung, Auto-Planung und API sind erst im Pro-Tarif (4,50 €/MA) enthalten.

  2. Clockodo

    Geeignet für: Agenturen, Dienstleister und Büroteams mit Projektabrechnung

    Der deutsche Klassiker aus Unna ist auf Arbeits- und Projektzeiterfassung spezialisiert und die meistbewertete Lösung im Feld. Der Report-Builder und die Anbindung an Rechnungstools wie lexoffice und sevDesk werden durchgängig gelobt. Für Betriebe ohne Schichtplanung, die Zeiten sauber dokumentieren und Projekte abrechnen wollen, ist Clockodo die naheliegende Wahl.

    Preis: ab 4 €/MA (Basic), Projektzeit ab 8 € · Test: 14 Tage + Gratis-Tarif (1 Nutzer)
    Erfassung: App, Browser, Stempeluhr im Browser
    Bewertungen: OMR 4,7/5 (960) · Capterra 4,6/5 (28)

    Zu beachten: Keine Schicht- oder Dienstplanung; kein vollwertiges HR-Modul.

  3. Connecteam

    Geeignet für: Kleinstteams und international aufgestellte Firmen

    Die israelisch-amerikanische All-in-One-App bündelt Zeiterfassung, Aufgaben und Mitarbeiter­kommunikation. Der Gratis-Plan für bis zu zehn Nutzer ist ungewöhnlich großzügig, die mobile Erfassung mit GPS ausgereift. Im deutschen Markt ist die Verbreitung aber noch gering.

    Preis: Gratis bis 10 Nutzer, danach ab 29 USD/Monat (bis 30 Nutzer) · Test: Gratis-Plan + 14 Tage Test
    Erfassung: App (GPS), Kiosk-Modus auf Tablet
    Bewertungen: Capterra 4,6/5 (weltweit) · auf OMR bislang ohne Profil

    Zu beachten: Abrechnung in US-Dollar, überwiegend englischer Support, keine deutschsprachige Review-Basis.

  4. TimeTac

    Geeignet für: Mittelstand und Produktion mit Terminal-Bedarf

    Die österreichische Plattform lässt sich modular aus Arbeitszeit-, Projektzeit- und Urlaubsmodulen zusammenstellen und bietet als eine der wenigen Lösungen mietbare Stempel-Terminals. Das macht sie auch für Produktion und stationäre Teams interessant.

    Preis: 19,50 €/Monat Grundgebühr + ab 5,20 €/MA (Arbeitszeit) · Test: 30 Tage Test
    Erfassung: App, Browser, virtuelle & mietbare Hardware-Terminals
    Bewertungen: OMR 4,6/5 (155) · Capterra 4,7/5 (27)

    Zu beachten: Fixe Grundgebühr plus Modulpreise verteuern kleine Teams; die Administration gilt als überladen.

  5. Factorial

    Geeignet für: Wachsende Unternehmen, die ihr komplettes HR digitalisieren

    Die spanische HR-Suite bildet Zeiterfassung, Abwesenheiten, Personalakte und Recruiting in einem System ab. Sinnvoll, wenn nicht nur die Zeiterfassung, sondern die gesamte Personalverwaltung digitalisiert werden soll.

    Preis: ab ~8 €/MA (faktisch ~99 €/Monat Minimum) · Test: Test 7–14 Tage
    Erfassung: App, Browser
    Bewertungen: OMR & Capterra solide (Werte je Portal unterschiedlich)

    Zu beachten: Faktisches Mindestvolumen von rund 1.200 €/Jahr; für reine Zeiterfassung überdimensioniert.

  6. timr

    Geeignet für: Teams mit Außendienst, Montage und Fahrtdokumentation

    Das mobile-first-Tool aus Österreich vereint Arbeitszeit-, Projektzeit- und ein digitales Fahrtenbuch in einer App mit Offline-Modus. Für Servicetechniker, Monteure und Baustellen, wo unterwegs gestempelt und gefahren wird, ist das eine seltene Kombination.

    Preis: ab 8 €/MA (7,20 € jährlich) zzgl. Accountgebühr · Test: 14 Tage + Gratis-Tarif (1 Nutzer)
    Erfassung: App mit Offline-Modus & GPS, Browser
    Bewertungen: OMR 4,7/5 (186) · Capterra 4,2/5 (6)

    Zu beachten: Zusätzliche Accountgebühr wird nicht transparent ausgewiesen; Oberfläche wirkt teils veraltet.

  7. Planday

    Geeignet für: Schichtbetriebe im Handel und Gastgewerbe

    Die dänische Software (Teil der Xero-Gruppe) verbindet Schichtplanung mit einfacher Zeiterfassung und Lohnberichten. Für Schichtbetriebe, die beides in einem Werkzeug wollen, ist Planday etabliert und ausgereift.

    Preis: Starter 2,99 €/MA · Plus 4,99 € + 25 €/Monat · Test: 30 Tage Test
    Erfassung: App, Browser
    Bewertungen: Capterra-Teilnote Support 4,5 · solide Portalwerte

    Zu beachten: Im Plus-Tarif kommt zur Pro-Kopf-Gebühr eine feste Monatsgebühr hinzu; Einstieg dadurch teurer.

  8. Timebutler

    Geeignet für: Kleine Betriebe mit Fokus auf Urlaub und Anwesenheit

    Die deutsche Web-Anwendung bündelt Zeiterfassung, Urlaubsverwaltung und Personalakte zum Festpreis nach Nutzerstaffel. Für kleine Teams mit einfachen Anforderungen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis stark.

    Preis: Flatrate 29,95 €/Monat (bis 5), 59,95 € (6–35) · Test: 6 Wochen Test
    Erfassung: Browser (keine native App)
    Bewertungen: OMR 4,5/5 (61)

    Zu beachten: Keine dedizierte Mobile-App; Oberfläche nüchtern, kein Projektcontrolling.

  9. Papershift

    Geeignet für: Mittelgroße Betriebe mit umfangreichen Planungsanforderungen

    Die Karlsruher Software deckt Dienstplanung, Zeiterfassung und Abwesenheiten breit ab und ist seit 2015 am Markt. Funktional umfangreich, jedoch verteuert das obligatorische Support-Paket den Einstieg, und die verpflichtende Grundgebühr macht kleine Teams pro Kopf teuer.

    Preis: ab ~6 €/MA + Support-Paket ab 39 €/Monat · Test: 14 Tage Test
    Erfassung: App, Browser, Terminal
    Bewertungen: Capterra & OMR solide · App-Score 4,0

    Zu beachten: Support-Paket ist Pflicht; Bestandskunden berichten von Preis- und Vertragsärger, App schwächer als Web.

  10. Toggl Track

    Geeignet für: Freelancer, Kreative und internationale Projektteams

    Der estnische Projekt-Timer ist für sekundenschnelles Tracking und Reporting gemacht und hat die größte Review-Basis im Feld. Für die gesetzeskonforme Anwesenheitserfassung nach deutschem Recht ist Toggl allerdings nicht ausgelegt.

    Preis: Free bis 5 Nutzer · Starter ab 9 USD/MA · Test: Gratis-Plan + 30 Tage Premium
    Erfassung: App, Browser-Extension, Desktop
    Bewertungen: Capterra 4,7/5 (2.587) · OMR 4,5/5 (37)

    Zu beachten: Nur englische Oberfläche, keine Urlaubs-/Pausenlogik nach Arbeitszeitgesetz.

Vergleichstabelle auf einen Blick

Arbeitszeiterfassungs-Apps im Vergleich (Stand 18. Juli 2026)
Platz & AppPreis abErfassungswegeBewertungen
1. Aplanoab 0,50 €/MA (Zeiterfassung ab 4,50 €)App, Browser, Tablet-Terminal (RFID/Fingerprint), GeofencingCapterra 4,8/5 (113) · OMR 4,7/5 (206) · trusted.de 1,2
2. Clockodoab 4 €/MA (Basic), Projektzeit ab 8 €App, Browser, Stempeluhr im BrowserOMR 4,7/5 (960) · Capterra 4,6/5 (28)
3. ConnecteamGratis bis 10 Nutzer, danach ab 29 USD/Monat (bis 30 Nutzer)App (GPS), Kiosk-Modus auf TabletCapterra 4,6/5 (weltweit) · auf OMR bislang ohne Profil
4. TimeTac19,50 €/Monat Grundgebühr + ab 5,20 €/MA (Arbeitszeit)App, Browser, virtuelle & mietbare Hardware-TerminalsOMR 4,6/5 (155) · Capterra 4,7/5 (27)
5. Factorialab ~8 €/MA (faktisch ~99 €/Monat Minimum)App, BrowserOMR & Capterra solide (Werte je Portal unterschiedlich)
6. timrab 8 €/MA (7,20 € jährlich) zzgl. AccountgebührApp mit Offline-Modus & GPS, BrowserOMR 4,7/5 (186) · Capterra 4,2/5 (6)
7. PlandayStarter 2,99 €/MA · Plus 4,99 € + 25 €/MonatApp, BrowserCapterra-Teilnote Support 4,5 · solide Portalwerte
8. TimebutlerFlatrate 29,95 €/Monat (bis 5), 59,95 € (6–35)Browser (keine native App)OMR 4,5/5 (61)
9. Papershiftab ~6 €/MA + Support-Paket ab 39 €/MonatApp, Browser, TerminalCapterra & OMR solide · App-Score 4,0
10. Toggl TrackFree bis 5 Nutzer · Starter ab 9 USD/MAApp, Browser-Extension, DesktopCapterra 4,7/5 (2.587) · OMR 4,5/5 (37)

Testsieger Aplano im Kurzporträt

Aplano ist eine Cloud-Software aus Deutschland für Dienstplanung, Zeiterfassung und Mitarbeiter­kommunikation. Für die Arbeitszeiterfassung deckt das Tool alle gängigen Erfassungswege ab: Weberfassung am Rechner, Stempeln per iOS-/Android-App sowie eine Stempeluhr-Station am Tablet (mit RFID-Chip oder Fingerprint). Optionales Geofencing prüft beim Stempeln standortgenau, ob sich die Person am Arbeitsort befindet. Das System berechnet Überstunden und Arbeitszeitkonten automatisch und weist auf Konflikte mit den Pausen- und Ruhezeitregeln des Arbeitszeitgesetzes hin. Der Einstieg beginnt bei 0,50 € pro Mitarbeiter und Monat (Tarif Core), die Zeiterfassung ist ab dem Pro-Tarif für 4,50 € enthalten; 14 Tage lassen sich alle Funktionen kostenlos und ohne Kreditkarte testen (Stand Juli 2026, Quelle: aplano.de). Auf den Bewertungs­portalen erreicht Aplano 4,8 von 5 Punkten bei Capterra (113 Bewertungen) und 4,7 von 5 bei OMR Reviews (206 Bewertungen), wo das Tool im dritten Quartal 2026 als „Leader" der Kategorie Dienstplanung geführt wird.

Zum Testsieger: Aplano ausführlich im Test →

Arbeitszeiterfassung in Deutschland: die wichtigsten Zahlen 2026

74 % der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten erfassen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter. Am weitesten verbreitet ist die elektronische Erfassung am Computer (31 %), gefolgt von der Smartphone-App (18 %), Excel (16 %) und Papier (13 %). Das zeigt eine Bitkom-Befragung von 602 Unternehmen, veröffentlicht im Juni 2025.

74 %der Unternehmen ab 20 Beschäftigten erfassen die Arbeitszeit
18 %der erfassenden Betriebe stempeln per Smartphone-App
41 %berichten von Kontrollempfinden bei den Mitarbeitern

Quelle: Bitkom-Befragung, 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, veröffentlicht 06/2025.

So erfassen deutsche Unternehmen die Arbeitszeit (Anteil der erfassenden Betriebe)

Elektronisch am Computer/Software31 %
Smartphone-App18 %
Excel-Tabelle16 %
Handschriftlicher Stundenzettel13 %
Quelle: Bitkom, Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten (Stand 06/2025). Balkenlängen relativ zum häufigsten Wert.

Die Zahlen zeigen zweierlei. Erstens: Fast jedes dritte erfassende Unternehmen arbeitet noch mit Excel (16 %) oder Papier (13 %) – genau diese Betriebe müsste die geplante elektronische Erfassungspflicht zur Umstellung bewegen. Zweitens: Die Smartphone-App ist mit 18 % bereits die zweithäufigste Einzelmethode und wächst laut Bitkom weiter, weil sie Homeoffice, Außendienst und Schichtbetrieb gleichermaßen abdeckt. Bemerkenswert ist auch das Stimmungsbild derselben Befragung: 44 % der Unternehmen führten die Erfassung erst nach dem BAG-Beschluss von 2022 ein, und 41 % berichten, dass Beschäftigte die Erfassung als Kontrolle empfinden. Wer eine App einführt, sollte deshalb früh erklären, dass die Erfassung vor allem den Beschäftigten nützt – als Nachweis für Überstunden und Grundlage fairer Abrechnung.

Auswahlkriterien: Worauf es bei einer Zeiterfassungs-App ankommt

Was kostet eine Arbeitszeiterfassungs-App?

Apps zur Arbeitszeiterfassung kosten zwischen 0,50 € und 8 € pro Mitarbeiter und Monat (Stand Juli 2026). Der günstigste Einstieg ist Aplano mit 0,50 € (Zeiterfassung im Pro-Tarif für 4,50 €), gefolgt von Planday (2,99 €) und Clockodo (4 €). TimeTac verlangt 5,20 € plus 19,50 € Grundgebühr, timr 8 €, Timebutler eine Flatrate von 29,95 € pro Monat für bis zu fünf Nutzer.

Entscheidend ist die Rechnung auf Teamgröße und Jahresbasis, denn Grundgebühren verschieben das Bild deutlich. Ein Betrieb mit zehn Beschäftigten zahlt bei Aplano Pro inklusive Zeiterfassung 45 € im Monat, also 540 € im Jahr. Bei TimeTac sind es durch die Grundgebühr 71,50 € monatlich (858 € jährlich), bei timr 80 € (960 € jährlich). Die folgende Tabelle rechnet die Einstiegspreise für zwei typische Teamgrößen durch:

Monatskosten nach Teamgröße – Einstiegstarife (Stand Juli 2026, netto)
App & TarifPreis pro MA/Monat10 Mitarbeiter25 Mitarbeiter
Aplano Core0,50 €5,00 €12,50 €
Aplano Pro (inkl. Zeiterfassung)4,50 €45,00 €112,50 €
Planday Starter2,99 €29,90 €74,75 €
Clockodo Basic4,00 €40,00 €100,00 €
TimeTac Arbeitszeit5,20 € + 19,50 € Grundgebühr71,50 €149,50 €
timr8,00 €80,00 €200,00 €
TimebutlerFlatrate 29,95 € (bis 5 Nutzer)59,95 € (Staffel 6–35)59,95 € (Staffel 6–35)

Eigene Berechnung aus den Listenpreisen der Anbieter (Stand Juli 2026); Funktionsumfang der Einstiegstarife unterscheidet sich. Details und Bewertungen im großen Vergleich.

Arbeitszeiterfassung für Kleinbetriebe

Auch Kleinbetriebe müssen die Arbeitszeit erfassen – die Pflicht aus dem BAG-Beschluss 2022 gilt unabhängig von der Betriebsgröße. Erleichterung plant der Referentenentwurf 2026 nur bei der Form: Betriebe mit bis zu zehn Arbeitnehmern sollen dauerhaft von der elektronischen Erfassung befreit bleiben, Betriebe unter 50 Beschäftigten bekämen fünf Jahre Übergangsfrist.

Zwei Gruppen von Kleinbetrieben sollten dennoch nicht auf Papier setzen. Erstens Betriebe in den elf Branchen des § 2a Schwarzarbeitsgesetzes – darunter Bau, Gastgewerbe, Gebäudereinigung und seit Januar 2026 auch das Friseur- und Kosmetikgewerbe: Sie müssen Arbeitszeiten von Minijobbern und Beschäftigten schon heute binnen sieben Tagen dokumentieren und zwei Jahre aufbewahren (§ 17 MiLoG); bei Verstößen drohen Bußgelder. Zweitens Betriebe mit hoher Fluktuation oder vielen Aushilfen, bei denen Papierlisten in der Praxis lückenhaft werden. Preislich ist die App für kleine Teams kein Hindernis: Zehn Beschäftigte kosten bei Aplano im Core-Tarif 5 € im Monat, mit Zeiterfassung im Pro-Tarif 45 €. Wer zunächst mit einer Tabelle starten will, findet in unserem Excel-Ratgeber eine kostenlose Vorlage samt rechtlicher Einordnung.

Mobile Arbeitszeiterfassung mit GPS und Geofencing

Mobile Arbeitszeiterfassung heißt: Beschäftigte stempeln per Smartphone-App – im Außendienst, auf der Baustelle oder im Homeoffice. Geofencing prüft dabei punktuell, ob sich die Person beim Stempeln am hinterlegten Arbeitsort befindet. Zulässig ist genau diese Momentaufnahme; ein dauerhaftes GPS-Tracking während der Arbeitszeit ist datenschutzrechtlich in aller Regel unzulässig.

Für die Praxis gelten drei Regeln. Erstens Transparenz: Beschäftigte müssen vor der Einführung wissen, wann und wozu der Standort erfasst wird; eine spätere Zweckänderung – etwa Pausenkontrolle aus Standortdaten – ist unzulässig. Zweitens Freiwilligkeit beim Gerät: Niemand muss die App auf dem privaten Handy installieren; der Arbeitgeber stellt dann eine Alternative wie ein Tablet-Terminal, ein Dienstgerät oder die Weberfassung bereit. Drittens Mitbestimmung: Mit Betriebsrat gehört die Standorterfassung zwingend in eine Betriebsvereinbarung. Richtig umgesetzt ist Geofencing ein Gewinn für beide Seiten, weil Stempelfehler an falschen Orten entfallen und Diskussionen über Anwesenheit gar nicht erst entstehen (Einordnungen: blink.de, anwalt.de).

Arbeitszeitkonto führen: Überstunden und Gleitzeit im Griff

Ein Arbeitszeitkonto stellt geleistete Ist-Stunden der vertraglichen Soll-Arbeitszeit gegenüber und verbucht die Differenz als Plus- oder Minusstunden. Es ist die Grundlage für Gleitzeit, Überstundenausgleich und faire Abrechnung. Apps führen das Konto automatisch aus den gestempelten Zeiten – ohne manuelle Nachrechnung am Monatsende.

Wichtig für Arbeitgeber: Nach § 16 Abs. 2 Arbeitszeitgesetz muss jede über acht Stunden werktäglich hinausgehende Arbeitszeit ohnehin aufgezeichnet werden – ein sauber geführtes Konto erfüllt diese Pflicht nebenbei. Digitale Konten zeigen Beschäftigten ihren Saldo in Echtzeit, was Streit über Überstunden vermeidet: Die Zahl steht fest, bevor sie strittig werden kann. Achten Sie bei der App-Auswahl darauf, dass Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit hinterlegt werden können und der Saldo in die Auswertungen für die Lohnabrechnung einfließt. Die gesetzlichen Grundlagen erklärt unsere Seite zum Arbeitszeitgesetz, die Begriffe das Glossar.

Häufige Fehler bei der Einführung – und wie Sie sie vermeiden

Die Einführung scheitert selten an der Technik, sondern an Kommunikation und Prozess. Die fünf häufigsten Fehler aus der Beratungspraxis:

  1. Das „Warum" fehlt: 41 % der Unternehmen berichten laut Bitkom von Kontrollempfinden der Mitarbeiter. Erklären Sie vor dem Start, dass die Erfassung Überstunden nachweisbar macht und faire Abrechnung sichert.
  2. Betriebsrat zu spät eingebunden: Ohne Zustimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG darf das System nicht eingeführt werden. Den Betriebsrat schon bei der Tool-Auswahl beteiligen.
  3. Datenschutz vernachlässigt: Fehlender Auftragsverarbeitungsvertrag, keine Mitarbeiterinformation oder überschießendes GPS-Tracking gefährden das Projekt rechtlich.
  4. Zu komplexes Tool: Dauert das Stempeln länger als ein paar Sekunden, sinkt die Akzeptanz rapide. Benutzerfreundlichkeit ist das wichtigste Auswahlkriterium.
  5. Kein Pilotbetrieb: Erst mit einem kleinen Team testen, Korrekturprozesse (vergessene Stempelungen, Dienstgänge, Homeoffice) definieren, dann ausrollen.

Vertiefend: quality.de und absence.io zur Einführung digitaler Zeiterfassung.

Häufige Fragen

Was ist die beste App zur Arbeitszeiterfassung 2026?
In unserem Vergleich führt Aplano das Feld an: Die Software deckt alle Erfassungswege ab (App, Browser, Tablet-Terminal mit RFID/Fingerprint, Geofencing), berechnet Überstunden automatisch, warnt bei Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz und startet mit dem niedrigsten Einstiegspreis von 0,50 € pro Mitarbeiter und Monat. Auf Capterra erreicht Aplano 4,8 von 5 Punkten (113 Bewertungen).
Ist die Arbeitszeiterfassung in Deutschland Pflicht?
Ja. Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) sind alle Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit zu erfassen. Die Form ist derzeit noch frei (Papier, Excel oder elektronisch). Ein Referentenentwurf vom 18. Juni 2026 sieht künftig eine elektronische Erfassung vor, ist aber noch kein geltendes Gesetz.
Was kostet eine App zur Arbeitszeiterfassung?
Team-Lösungen liegen meist zwischen 0,50 € und 8 € pro Mitarbeiter und Monat. Der günstigste Einstieg im Vergleich ist Aplano ab 0,50 € (Zeiterfassung ab 4,50 €). Reine Zeiterfassungs-Tools wie Clockodo starten bei 4 €, modulare Lösungen mit Grundgebühr und Terminals liegen höher.
Gibt es kostenlose Apps zur Arbeitszeiterfassung?
Ja, mit Einschränkungen. Connecteam bietet einen Gratis-Plan bis zehn Nutzer, Toggl Track ist bis fünf Nutzer kostenlos. Für rechtssichere Auswertungen und größere Teams sind kostenpflichtige Tools meist die bessere Wahl – der Aplano-Tarif Core kostet mit 0,50 € pro Kopf allerdings kaum mehr als eine Gratis-Lösung.
Darf der Arbeitgeber die Zeiterfassung per App auf dem privaten Handy verlangen?
Nein, nicht ohne Weiteres. Ein Zwang zur Installation auf privaten Geräten (BYOD) ist arbeitsrechtlich nicht durchsetzbar. Der Arbeitgeber muss eine Alternative anbieten – etwa ein Tablet-Terminal, ein Diensthandy oder die Weberfassung. Dauerhaftes GPS-Tracking ist datenschutzrechtlich unzulässig; erlaubt ist nur eine punktuelle Standortprüfung beim Stempeln.
Wie führe ich eine Zeiterfassung im Betrieb mit Betriebsrat ein?
Die Einführung einer elektronischen Zeiterfassung unterliegt der zwingenden Mitbestimmung des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Ohne dessen Zustimmung darf das System nicht eingeführt werden. Es empfiehlt sich, den Betriebsrat früh einzubinden und die Auswahl gemeinsam zu treffen.
Ab wann gilt die elektronische Zeiterfassung als Pflicht?
Aktuell (Juli 2026) gibt es kein Gesetz, das die elektronische Form vorschreibt. Der Referentenentwurf des BMAS vom 18. Juni 2026 sieht sie mit Übergangsfristen von einem, zwei bzw. fünf Jahren je nach Betriebsgröße vor; Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten sollen dauerhaft ausgenommen bleiben. Der Entwurf befindet sich in der Verbändeanhörung und ist noch nicht verabschiedet.
Wie erfassen deutsche Unternehmen die Arbeitszeit am häufigsten?
Laut Bitkom-Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten (veröffentlicht Juni 2025) erfassen 74 % die Arbeitszeit. Unter den Erfassenden dokumentieren 31 % elektronisch am Computer, 18 % per Smartphone-App, 16 % mit Excel und 13 % auf Papier. Excel und Papier stehen mit der geplanten elektronischen Erfassungspflicht unter Umstellungsdruck.
Ist GPS-Tracking bei der Arbeitszeiterfassung erlaubt?
Nur eingeschränkt. Zulässig ist eine punktuelle, transparente Standortprüfung im Moment des Ein- und Ausstempelns – etwa per Geofencing. Dauerhaftes GPS-Tracking während der gesamten Arbeitszeit ist datenschutzrechtlich in aller Regel unzulässig. Mit Betriebsrat muss die Standorterfassung zwingend in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden.
Was ist ein Arbeitszeitkonto?
Ein Arbeitszeitkonto verbucht Plus- und Minusstunden gegenüber der vertraglich vereinbarten Soll-Arbeitszeit. Überstunden werden angespart und später durch Freizeit oder Auszahlung ausgeglichen. Apps zur Arbeitszeiterfassung führen solche Konten automatisch aus den gestempelten Zeiten und zeigen Beschäftigten ihren aktuellen Saldo jederzeit an.
Wie lange müssen Arbeitszeitaufzeichnungen aufbewahrt werden?
Mindestens zwei Jahre – das verlangen § 16 Abs. 2 Arbeitszeitgesetz und § 17 Mindestlohngesetz; auch der Referentenentwurf 2026 sieht zwei Jahre vor. Lohn- und steuerrelevante Unterlagen unterliegen darüber hinaus der sechsjährigen Aufbewahrungsfrist nach § 147 Abgabenordnung.
Muss ich meine Arbeitszeit als Arbeitnehmer selbst erfassen?
Nur, wenn der Arbeitgeber die Erfassung an Sie delegiert hat – etwa durch Selbst-Stempeln per App oder Browser. Diese Delegation ist ausdrücklich zulässig; die Verantwortung für eine vollständige und richtige Dokumentation bleibt aber immer beim Arbeitgeber. Wer das Stempeln wiederholt verweigert, verletzt eine arbeitsvertragliche Nebenpflicht und riskiert eine Abmahnung.
Zählt der Arbeitsweg zur Arbeitszeit?
Nein. Der Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte und zurück gilt nicht als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes und muss nicht erfasst werden. Anders liegen Fahrten während des Arbeitstags – etwa zwischen zwei Baustellen oder zu Kundenterminen: Sie sind Arbeitszeit und gehören in die Erfassung. Mobile Apps erleichtern die korrekte Zuordnung, weil direkt am Einsatzort gestempelt wird.

Quellen & weiterführende Links